Lithuanian Culture Institute

Litauen in Bayern

„Ohne Distanz“ – Litauische Kultur in Bayern ganz nah

2021 öffnet Bayern seine Bühnen für herausragende litauische Kunst und Kultur: Das Lithuanian Culture Institute (LCI) in Vilnius und zahlreiche deutsche Kooperationspartner veranstalten das „Litauische Kulturjahr in Bayern“. Im März 2021 startet die litauische Kultursaison in München und führt darauf nach Augsburg, Blaibach, Ingolstadt, Nürnberg und Würzburg. Je nach aktueller Möglichkeit, als Live-Stream oder hybrid, sind Veranstaltungen verschiedener Genres geplant: Konzerte mit klassischer und experimenteller Musik, Jazz und Pop, Literaturabende und Lyriklesungen, Installationen der Bildenden Kunst, Performances und Theateraufführungen sowie Künstler_innen-Residenzprogramme.

In Zeiten des Abstands und der Isolation möchten das Lithuanian Culture Institute und zahlreiche litauische Künstler_innen eine „kulturelle Impfung gegen Distanz“ anbieten, indem sie ein Kaleidoskop der pulsierenden Kulturszene ihres Landes nach Deutschland bringen und kreative Dialoge zwischen Balten und Bayern entfachen: „Die Erfahrungen der weltumspannenden Pandemie haben uns die besondere Rolle der Kultur vor Augen geführt als eine sich ständig erneuernde Schutzimpfung gegen Entfernung und Entfremdung“, so Aušrinė Žilinskienė, Direktorin des Lithuanian Culture Institute. „Wo Isolation geboten ist, dort schafft Kultur ein bereicherndes gemeinsames Erlebnis, und die Zwangspause, der wir alle unterworfen sind, füllt sich mit neuen Formen künstlerischen Schaffens.“ Eindrückliche Beispiele dafür versprechen: die international gefeierte Dirigentin und Musikdirektorin des Birmingham Symphony Orchestra Mirga Gražinytė-Tyla, das Ensemble für zeitgenössische experimentelle Musik und Träger des Förderpreises 2020/21 der Ernst von Siemens Musikstiftung Synaesthesis, die Performancekünstlerin Lina Lapelytė, die 2019 mit ihrem Team den Goldenen Löwen der 58. Biennale in Venedig gewann. Erwartet werden der weltweit renommierte Lyriker und Bürgerrechtler Tomas Venclova und der litauische Bestsellerautor Rimantas Kmita, der wie kein zweiter über Jugend in Litauen schrieb. Der „Weltmeister des Akkorderons“ Martynas Levickis kommt ebenso wie der experimentelle Klangkünstler Arturas Bumšteinas, der zum Litauischen Gastlandauftritt bei der Leipziger Buchmesse 2017 eine „Orgelsafari“ entwarf.

Litauisches Kulturjahr in Bayern 2021 – das Programm

Den Auftakt des Litauischen Kulturjahres in Bayern gibt am 26. März ein Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter Leitung der litauischen Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla. Aufgeführt werden Werke von Mieczysław Weinberg, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven. Um 20.30 Uhr wird das Konzert live als Video-Stream übertragen (bitte klicken Sie hier) und zudem im Radio bei BR-Klassik (bitte klicken Sie hier).

Ein zweiter musikalischer Höhepunkt ist am 16. und 17. Juni zu erleben: Das Münchener Kammerorchester bringt unter Leitung von Clemens Schuldt ein Orchesterwerk einer der erstaunlichsten litauischen Komponistinnen – Justė Janulytė – zur Uraufführung, entstanden im Auftrag der mucica femina münchen. Geplant sind Vorstellungen am 16. Juni im Rahmen des 100. Mozartfests Würzburg und am 17. Juni im Prinzregententheater München.

Eine besondere Auszeichnung für die zeitgenössische litauische Musik bedeutet die Vergabe des Ensemble-Förderpreises 2020/21 der Ernst von Siemens Musikstiftung an Synaesthesis, geplant am 15. Juni. Das junge ambitionierte Ensemble, das bereits viele internationale Bühnen erobert hat, gilt als Pionier neuer musikalischer Formen und kombiniert traditionelle Segmente mit moderner elektronischer Akustik. Live wird das Ensemble beim Litauischen Wochenende, 19. bis 21.11., im Konzerthaus Blaibach zu erleben sein.

Auch der Juli läutet musikalisch ein: mit dem Themenkonzert „Neue Musik aus dem Baltikum“ des Münchner Ensembles für aktuelle Musik der/gelbe/klang. Das Konzert ist anlässlich des Jubiläums „30 Jahre Anerkennung der Unabhängigkeit von der Sowjetunion“ am 4. Juli in der Spielstätte schwere-reiter geplant. Zur Aufführung kommt unter der Leitung von Armando Merino ein Auftragswerk des mehrfach preisgekrönten Komponisten Vykintas Baltakas, der sich selbst als „musikalischer Scheherazade“ versteht.

Nach den Sommerferien eröffnet der Herbst des Litauischen Kulturjahres im Haus der Kunst und im Rahmen von Various Others mit experimenteller litauischer Klangkunst: Gezeigt werden in der Zeit vom 8. bis 12. September die Installationen „Navigations“ des Komponisten und Soundartisten Arturas Bumšteinas sowie „Eye Gymnastics“ des Künstlerinnenduos Viktorija Damerell und Gailė Griciūtė. Außerdem stellt sich die mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete Komponistin und Performancekünstlerin Lina Lapelytė vor.

Zur „Nacht der litauischen Literatur“ lädt am 23. September das Literaturhaus München ein. Dort sind u.a. der Bestsellerautor Rimantas Kmita und die mehrfach preisgekrönte Belletristin Rasa Aškinytė zu erleben, musikalisch begleitet durch litauischen Jazz. Der Dichtkunst Litauens widmet sich am 7. Oktober das Lyrik Kabinett: mit dem Grandseigneur der litauischen Lyrik und Petrarca-Preisträger Tomas Venclova sowie Dichter_innen der jüngeren Generation.

Musikalisch hat der litauische Herbst in Bayern Jazz, Pop und Experimentelles zu bieten: Den weltberühmten litauischen Jazz feiert der traditionsreiche Jazzclub Unterfahrt gleich an einem ganzen Wochenende, vom 24. bis 26. September. Litauische Popmusik bringt das Nürnberg Pop Festival am 8. und 9. Oktober zu Gehör. Und beim 20. Augsburger Medienkunstfestival LAB30 (28.-31.10.) stellt Arturas Bumšteinas ein eigens zu diesem Anlass komponiertes Stück für Orgel, Flöte und Elektronik vor.

Auch im Theater ist litauische Kultur zu Gast: Das Residenztheater lädt im Rahmen des internationalen Autor_innen-Förderprogramms „Welt/Bühne, Plattform für internationale zeitgenössische Dramatik“ eine litauische Dramatikerin/ einen litauischen Dramatiker für drei Monate nach München ein, dort an einem Stück zu arbeiten. Dieses wird dem Publikum am Ende der Spielzeit in einer szenischen Lesung vorgestellt und ggf. eine Saison später in einer Inszenierung zur Aufführung gebracht.

Den Abschluss des Litauischen Kulturjahres in Bayern feiert das Konzerthaus Blaibach mit einem musikalischen Feuerwerk: Beim litauischen Kulturwochenende, 19. bis 21. November, treten der weltberühmte Kammerchor Aidija, der Akkordeon-Virtuose Martynas Levickis und das preisgekrönte Ensemble Synaesthesis auf. Außerdem sind Residenzaufenthalte zweier Künstler_innen aus den Bereichen Komposition und Bildende Kunst geplant.

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Das Projekt „Ohne Distanz: Litauische Kultur in Bayern 2021“ wird vom Lithuanian Culture Institute (LCI) und der Kulturattachée der Republik Litauen in Deutschland, in Zusammenarbeit mit der Litauischen Botschaft und zahlreichen Kooperationspartnern in Bayern und Litauen organisiert, mit freundlicher Unterstützung des Kulturministeriums Litauen.

 Die Kooperationspartner in Bayern sind: Augsburger Kunstlabor LAB30, der/gelbe/klang. ensemble für aktuelle musik, Haus der Kunst, Jazzclub Unterfahrt, Konzerthaus Blaibach, 100. Mozartfest Würzburg, Münchener Kammerorchester, musica femina münchen, Nürnberg Pop Festival, Residenztheater, Stiftung Literaturhaus München, Stiftung Lyrik Kabinett, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Various Others u.v.m.

 Die Planung des Litauischen Kulturjahres erfolgte unter Bedingung der Corona-Pandemie, von der auch die Durchführung 2021 bestimmt sein wird. Diese richtet sich daher nach den aktuell geltenden Hygieneverordnungen. Sofern es die Reisebestimmungen zulassen, kommen die litauischen Künstlerinnen und Künstler sämtlich nach Bayern und treten dort je nach Möglichkeit im Rahmen eines Live-Streams, einer Hybrid- und/ oder reinen Präsenzveranstaltung auf.